Drucken

Erfahrungsbericht: Ausbildungsnetzwerk Elbe-Elster

Der wichtigste Anlass, sich für ein Ausbildungsnetzwerk zu engagieren, waren für die Betriebe im Landkreis Elbe-Elster die besorgniserregenden Leistungen der Auszubildenden. Die gegenseitige Unterstützung sollte zur Verbesserung des Ausbildungsniveaus sowie zu einer Entlastung der einzelnen Betriebe führen.
Nach einer viermonatigen Vorbereitungsphase schlossen sich im Sommer 2008 je 4 bis 8 Betriebe zu Konsortien zusammen. Diese verschiedenen Ausbildungskonsortien bilden nun das Ausbildungsnetzwerk. Es gründete sich ein Beirat, der sich regelmäßig über alle wichtigen Fragen, z.B. die Finanzierung, berät. Die Unique GmbH, eine Beratungsfirma, begleitete Gründung und Aufbau des Netzwerks im Rahmen des Projekts ZULAUF-Zukunft durch Ausbildung in der Landwirtschaft Brandenburgs. Die am Netzwerk beteiligten Betriebe schlossen einen Kooperationsvertrag miteinander ab. Zwischen Betrieben und Auszubildenden bestehen die üblichen Ausbildungsverträge.

Die Auszubildenden werden nach dem Rotationsprinzip zu vereinbarten Zeiten für bestimmte Ausbildungsphasen im Konsortium ausgetauscht. Zudem werden Lehrgänge zur Vertiefung von prüfungsrelevanten Ausbildungsinhalten entwickelt und von den Teilnahmebetrieben selbst angeboten.
Die Kosten (z.B. Vergütung der Auszubildenden) und Formalien bleiben unverändert bei den jeweiligen Ausbildungsbetrieben. Pro Auszubildender bezahlen die Betriebe 20 Euro/Monat. Von diesen Mitgliedsbeiträgen sowie von öffentlichen Fördergeldern des MLUV wird eine Fachkraft finanziert. Diese Anstellung läuft über die Agrargenossenschaft Werenzhain und ist in der Lohnbuchhaltung einer durchlaufender Posten.

 

Die im August 2008 zusätzlich eingestellte Fachkraft mit Ausbildungsberechtigung erledigte im ersten Jahr ihrer Tätigkeit u.a. folgende Aufgaben:

  • Mitgliedbetriebe bei Gewinnung und Auswahl geeigneter Bewerber/innen unterstützt,
  • betriebliche Ausbildungspotenziale, Berufsschulzeiten und Termine der überbetrieblichen Lehrgänge für alle Mitgliedsbetriebe dokumentiert,
  • Rotationsplan für die praktische Vermittlung von prüfungsrelevanten Ausbildungsinhalten innerhalb der Mitgliedsbetriebe erstellt,
  • überbetriebliche Lehrgänge vor dem Hintergrund vieler unterschiedlicher Schulstandorte für berufstheoretische Ausbildung koordiniert,
  • betriebliches Ausbildungspersonal bei der Entwicklung, Planung und Durchführung der Lehrunterweisungen begleitet,
  • Auszubildende bei Erstellung der Berichtshefte und des Herbariums sowie bei Prüfungsvorbereitung unterstützt,
  • Arbeitsblätter für die Lehrlinge erarbeitet,
  • nach Finanzmitteln für die Folgezeit recherchiert, Fördermittelakquise im Rahmen der Qualifizierungsrichtlinie in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung,
  • Betriebe bei öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten unterstützt, z.B. “Tag der Azubi” und
  • neue Mitgliedsbetriebe gewonnen.

Als Vorteile der Ausbildung im Netzwerk beschreiben die beteiligten 27 Unternehmen mit insgesamt 51 Lehrlingen bereits nach einem knappen Jahr:

  • Entlastung von organisatorischen Aufgaben und formalen Anforderungen.
  • Neue Lerninhalte können frühzeitig aufgegriffen und gemeinsam besser abgedeckt wer-den.
  • Kapazitäten der Betriebe werden optimal genutzt.
  • Qualifizierung der Nachwuchskräfte durch zusätzliche Erfahrungen aus anderen Betrie-ben.
  • Auszubildende blicken über den „betrieblichen Tellerrand“ und erwerben damit größere Berufserfahrung, Selbstständigkeit und Teamfähigkeit werden gefördert.
  • Verbesserung der Prüfungsergebnisse der Auszubildenden.